Die Burg Golling liegt auf dem westlich der Hauptdurchgangsstraße gelegenen Felssporn etwas erhöht über dem Markt.
Es ist anzunehmen, dass sich hier in der Antike eine spaecula, als Wach- und Signalturm über der römischen Reichstraße befunden hat. Hinweise in den Breves Notitiae (Güterverzeichnis, entstanden im Jahre 798) lassen den Schluss zu, dass schon nach der bajuwarischen Landnahme im Frühmittelalter an diesem verkehrsgeographischen Punkt ein vermutlich hölzernes Burggebäude erbaut wurde.

In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts dürfte die Burg als Steinbau mit Bergfried, Palas und einer nördlichen und südlichen Ringmauer unter Erzbischof Eberhard II. von Regensberg errichtet worden sein. Im Jahre 1325 übergab Erzbischof Friedrich III. von Leibnitz die Veste Golling gegen Zahlung einer Ablösesumme von 300 Pfund Silberpfenningen an Margarehte von Chuchel. 50 Jahre später verkaufte Hartneid von Chuchel d. Ä. sein Leibgeding auf die Veste Golling an Erzbischof Pilgrim II. von Puchheim. Von nun an amtierten bestellte Pfleger auf der Burg.

Diese waren ursprünglich für den baulichen Zustand und die Mannschaft der Burg verantwortlich, sowie bei den Verteidigungskriegen für die Einberufung der Landfahne und die Ausgabe der Bewaffnung zuständig.
In der Zeit der Bauernkriege war Golling an der Salzach im Jahr 1525 Sammelplatz der Aufständischen im Gebirge und wurde 1526 vom Bauernheer überfallen, beschossen und geplündert. Daraufhin musste die schwer beschädigte Burg im Jahr 1532 saniert werden. 1565 wurde eine ständige Besatzung von 50 Mann in die Burg gelegt.

  • Gemälde_Burg_Golling
  • Golling_um_1829
  • Malerei_Burg_Golling
  • Modell_Burg_1250

Im Jahr 1573 hat das Salzach Hochwasser schwere Schäden an der Burg verursacht und 1589 wurde mit umfassenden Neu- und Umbauten begonnen. Das ganze 17. Jahrhundert war mit nahezu jährlichen Reparaturarbeiten ausgefüllt.

Mit der Säkularisation des reichsunmittelbaren geistlichen Fürstentums Salzburg endete die Ära der erzbischöflichen Verwaltung. Verschiedene Herren bestimmten von nun an das Geschehen auf der Burg. 1805-1809 war das Land zum ersten Mal österreichisch und von 1810 bis 1816 war es Teil des Königreiches Bayern, kam aber im Jahr 1816 endgültig zu k&k Österreich.

Die Burg wurde weiterhin als Verwaltungs- und Gerichtssitz verwendet. Der Umbau und die Erhöhung des Südtraktes im Jahr 1871 brachte eine entscheidende Änderung der Ansicht des Gebäudes. Bis 1923 bestand als Folgeinstitution des Pfleggerichts Golling ein Bezirksgericht und bis in die frühen 1970-er Jahre waren hier noch eine Zollwacheabteilung und eine Steueraufsichtsstelle eingerichtet.

1969 wurde das Museum Burg Golling von Reg. Rat Erich Urbanek gegründet und 1971 mit seinen lokalen natur- und kulturhistorischen Sammlungen und aktuellen Sonderausstellungen eröffnet.
Seit 2007 ist die Burg Golling im Besitz der Marktgemeinde Golling.

Quelle: Museumsgründer Reg. Rat Erich Urbanek